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KI und Weiterbildung:
Teilhabe sichern, Demokratie stärken

Liebe Weiterbildungsinteressierte,

unsere Veranstaltung „KI und Weiterbildung: Teilhabe sichern, Demokratie stärken“ hat gezeigt, wie wichtig der gemeinsame Blick auf Künstliche Intelligenz und Weiterbildung ist. Ob im Grußwort von Leonie Gebers, in den Keynotes von Prof. Dr. Heiner Lasi und Prof. Dr. Jutta Allmendinger, im Gespräch mit Eschel Ewert oder in der Paneldiskussion mit Perspektiven aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Arbeitnehmervertretung: Überall wurde deutlich, dass Weiterbildung entscheidend ist, damit Menschen KI verstehen, einordnen und mitgestalten können.

Unser herzlicher Dank gilt allen Gästen, Speakern sowie allen Mitwirkenden, die diese Veranstaltung bereichert und möglich gemacht haben.

Lassen Sie den Tag mit unseren Fotos noch einmal Revue passieren!

KI und Weiterbildung: Ein starkes Signal für Teilhabe und Demokratie

Am 15. September 2026 stellte der Deutsche Weiterbildungstag e. V. unter dem Titel „KI und Weiterbildung: Teilhabe sichern, Demokratie stärken“ Künstliche Intelligenz und die Rolle der Weiterbildung in den Mittelpunkt. Passend zum Internationalen Tag der Demokratie brachte die Brückenveranstaltung, moderiert von Sebastian Messerschmidt, unterschiedliche Perspektiven aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und der Weiterbildungsbranche zusammen.

Petra Densborn, Vorstandsvorsitzende des DWT e. V., griff in ihrer Begrüßung die Verunsicherung auf, die die Debatte über KI und die Zukunft unserer Demokratie prägt. Sie plädierte dafür, neben den Risiken stärker die Chancen der Technologie in den Blick zu nehmen und gemeinsam mit Politik und Technologieunternehmen geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen. Zudem betonte sie den Auftrag der Weiterbildungsbranche, mit der rasanten Entwicklung Schritt zu halten und zugleich alle Menschen zur Nutzung von KI zu befähigen.

Staatssekretärin Leonie Gebers vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales setzte mit ihrem Grußwort den politischen Rahmen. Sie betonte, dass KI die Arbeitswelt grundlegend verändert und dabei nicht nur Arbeitsplätze wegfallen, sondern insbesondere Tätigkeiten und Anforderungen neu gestaltet werden. Weiterbildung dürfe deshalb kein Privileg sein, sondern müsse allen Menschen gleiche Chancen eröffnen.

Eine wichtige Perspektive brachte Eschel Ewert, Landesschüler:innensprecher der Gymnasien in Schleswig-Holstein, ein. Er sprach sich dafür aus, KI gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern in den Schulalltag zu integrieren, statt ihre Nutzung pauschal zu verbieten. Junge Menschen müssten auf ihre Zukunft vorbereitet und an Entscheidungen beteiligt werden. Auch dürfe der kompetente Umgang mit KI nicht vom Elternhaus abhängen.

Die Keynotes, die anschließenden Gespräche und die Paneldiskussion sorgten für einen intensiven fachlichen Austausch. Auch das Publikum wurde aktiv eingebunden: Erwartungen und Fragen der Teilnehmenden wurden mithilfe von KI ausgewertet und flossen direkt in die Moderation ein. Beim anschließenden Get-together bot sich Gelegenheit, die Diskussionen fortzuführen und Kontakte zu vertiefen.

Auch wir wollen mit Ihnen im Gespräch bleiben! Merken Sie sich dafür schon jetzt den 16. September 2027 vor: Dann findet der 11. Deutsche Weiterbildungstag statt.

KI verstehen, Teilhabe sichern: Zwei Perspektiven aus der Wissenschaft

Wie funktioniert KI eigentlich und wer profitiert von ihren Möglichkeiten? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Keynotes von Prof. Dr. Heiner Lasi, Akademischer Leiter des Ferdinand-Steinbeis-Instituts, und Prof. Dr. Jutta Allmendinger, Professorin für Bildungssoziologie und Arbeitsmarktforschung.

Prof. Dr. Heiner Lasi nahm das Publikum mit auf eine kompakte Reise durch die Funktionsweise von KI. Er erklärte, wie KI-Systeme Muster erkennen, Entscheidungen treffen und Inhalte erstellen, und machte deutlich: KI liefert keine absolute Wahrheit, sondern arbeitet mit Wahrscheinlichkeiten. Viele Systeme seien weiterhin Blackboxen, deren Wissensgrundlagen nicht neutral sind. Umso wichtiger sei es, ihre Funktionsweise kritisch zu hinterfragen. Bildungsträger trügen eine besondere Verantwortung, vertrauenswürdige KI-Systeme einzusetzen und deren Nutzung menschenwürdig zu gestalten. Trotz aller Herausforderungen betonte Lasi seinen optimistischen Blick auf die Chancen einer reflektierten KI-Nutzung.

Prof. Dr. Jutta Allmendinger richtete den Blick auf die gesellschaftliche Teilhabe. Ihre zentrale Frage: Wer profitiert eigentlich von KI? Anhand der Unterschiede nach Bildung, Geschlecht und Alter zeigte sie, dass vor allem die Gelegenheiten zur Nutzung und Erprobung von KI entscheidend sind. Um bestehende Ungleichheiten nicht weiter zu verstärken, brauche es niedrigschwellige Zugänge und verlässliche Rahmenbedingungen. Allmendinger plädierte deshalb für eine „Weiterbildungsvorsorge“ mit regelmäßigen Weiterbildungsangeboten und abgesicherter Bildungszeit. Weiterbildung dürfe nicht erst dann zum Einsatz kommen, wenn Menschen den Anschluss verlieren, sondern müsse selbstverständlicher Bestandteil des Lebensverlaufs werden.

Im anschließenden Gespräch mit dem Publikum wurden die Perspektiven zusammengeführt. Diskutiert wurden unter anderem die Verantwortung von Staat und Unternehmen, mögliche Vorbehalte gegenüber KI und die Frage, wie Weiterbildungsangebote gestaltet werden müssen, damit Menschen ohne Angst vor Beschämung Neues erproben können. Beide Keynotes machten deutlich: Technologisches Verständnis und gesellschaftliche Teilhabe müssen zusammengedacht werden, damit die Chancen von KI allen Menschen offenstehen.

KI-Kompetenzen in der Praxis: Unternehmen und Beschäftigte in der Verantwortung

Wie gelingt es, KI-Kompetenzen im Arbeitsalltag zu verankern und alle Beschäftigten mitzunehmen? Darüber diskutierten Astrid Aupperle (Microsoft Deutschland), Ulrich Berger (D64 – Zentrum für Digitalen Fortschritt), Jan Krüger (DGB) und Leah Schrimpf (Bitkom e. V.) in einer lebhaften Paneldiskussion.

Astrid Aupperle betonte die Geschwindigkeit, mit der KI Gesellschaft und Arbeitswelt durchdringt. Bei der Weiterbildung und Kompetenzentwicklung hinkten wir dieser Entwicklung noch hinterher. Wie kontinuierliches Lernen gelingen kann, zeigte sie am Beispiel Microsoft: Dort stehen Mitarbeitenden mehrere Stunden pro Woche für Weiterbildung zur Verfügung. Interne Formate wie der „Prompt des Tages“ fördern die praktische Auseinandersetzung mit KI und integrieren Lernen fest in den Arbeitsalltag.

Ulrich Berger mahnte, KI nicht ausschließlich als Technologiethema zu betrachten. Ihr Einsatz sei auch eine Frage der Organisationsentwicklung, für die vielerorts noch geeignete Strategien fehlten. Er plädierte für eine stärkere gesellschaftliche Perspektive und brachte die Idee eines „KI-Führerscheins“ ins Gespräch, um grundlegende Kompetenzen zu vermitteln.

Jan Krüger richtete den Blick auf die Beschäftigten. Weiterbildungsangebote erreichten häufig diejenigen, die ohnehin bereits gut qualifiziert seien. Um alle Menschen mitzunehmen, brauche es mehr Mitbestimmung, beispielsweise durch Betriebsvereinbarungen. Zugleich betonte er die Bedeutung verbindlicher Qualitätsstandards für Weiterbildungsangebote.

Leah Schrimpf stellte die Frage, wie Weiterbildung systematisch in Unternehmen verankert werden kann. Viele verfügten bislang über keine entsprechende Strategie. Bestehende Fördermöglichkeiten müssten bekannter und flexibler gestaltet werden. Als Ansatz für mehr Chancengleichheit brachte sie ein von Staat und Arbeitgebern finanziertes Weiterbildungskonto ins Gespräch und betonte die Bedeutung niedrigschwelliger Angebote.

Die Diskussion machte deutlich: KI-Kompetenzen entstehen nicht von allein. Unternehmen müssen Lernmöglichkeiten schaffen, Beschäftigte einbeziehen und Weiterbildung langfristig in ihren Strukturen verankern, um sie erfolgreich zu entwickeln.

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